Ein schönes Gefühl, in dieser schwierigen Zeit einen Beitrag zu leisten!

Mit bisher rund 3000 ausgelieferten Exemplaren ist die Corona-Hilfe Karlsruhe zur Zeit wohl der mit Abstand größte Produzent von 3-D-gedruckten Gesichtsschilden im Raum Karlsruhe und einer der größten im Bundesgebiet.

Man muss übrigens keineswegs ein „Nerd“ sein, um sich an unserer Aktion zu beteiligen! Als FabLab, was zu deutsch etwa Fabrikationslabor bedeutet, ist es ja gerade unsere Zielsetzung, Menschen aus allen Altersgruppen unabhängig von ihren Vorkenntnissen an digitale Produktionsverfahren wie 3-D-Druck, Laserschneiden oder CNC-Fräsen heranzuführen. Außerdem gibt es im Projekt jede Menge Aufgaben, die keine Expertise im 3-D-Drucken voraussetzen. Das geht von der Koordination der Anfragen über die Beschaffung und das Einsammeln der Komponenten bis zum Zusammenbau und der Auslieferung der fertigen Gesichtsschilde.

Was uns anspornt, sind die vielen herzlichen Rückmeldungen. Da ist der Anruf der Leiterin eines Seniorenheims, in dem gerade der erste Corona-Fall aufgetreten war. Sichtlich ergriffen bedankt sie sich für 70 Gesichtsschilde, nachdem sie erfahren hatte, dass diese nicht etwa von einem Unternehmen sondern in Heimarbeit von Privatpersonen hergestellt wurden, die normalerweise nichts mit der ganzen Thematik zu tun haben. Da ist der handschriftliche Brief einer Rentnerin („Wir brauchen solche Helden wie Sie“), die nach einer Spendenkontonummer fragt. Und da sind vor allem die unzähligen Dankesbriefe und Fotos von Arztpraxen und Pflegeheimen, die zum Teil wochenlang vergeblich nach geeigneter Schutzausrüstung gesucht hatten und dann kaum fassen können, wenn sie von ehrenamtlichen Helfern noch am selben Tag beliefert werden. „Tausend Dank dafür!“ schreibt ein Zahnarzt aus Weingarten, „Das lässt mich in dieser verrückten und für uns alle sicherlich auch belastenden Zeit hoffen, dass wir diese Anstrengung gemeinsam meistern“. Offenbar geht es also nicht alleine um die Gesichtsschilde, sondern auch darum, in dieser schwierigen Zeit zusammenzuhalten! Es ist schön, ein Wir-Gefühl zu erleben, das man vielleicht manchmal schon vermisst hat! Es ist toll, dass eine solche Pandemie das wieder an den Tag bringt!

Obgleich mittlerweile einige Unternehmen in Deutschland die industrielle Produktion von Gesichtsschilden gestartet haben, ist im Moment noch nicht absehbar, ab welchem Zeitpunkt eine ausreichende Zahl zur Verfügung stehen wird, zumal die schrittweise Öffnung der Geschäfte und Schulen den Bedarf in den kommenden Wochen weiter erhöhen dürfte. Außerdem wird gemeinsam mit anderen FabLabs gerade an einer größeren Lieferung an das Flüchtlingslager auf Lesbos gearbeitet. Auch Lieferungen nach Afrika werden in Betracht gezogen. Für den Fall, dass die Nachfrage zurückgehen sollte, liegen bereits Anfragen zur Produktion von Komponenten für Beatmungsgeräte vor. Die Arbeit wird uns also nicht so schnell ausgehen!

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